Inhalt

Mechanisierung, Macht und Methode.
Der Siegeszug der Psychotechnik und die Zukunftschancen der analytischen Psychotherapieschulen.
Im ersten Teil des Vortrags werden einige Konsequenzen des historischen Langzeittrends der „Mechanisierung“ (einschließlich des mechanistischen Denkens) für die Methodologie und Methodik sowohl der (Psychotherapie-)Wissenschaft als auch der psychotherapeutischen Praxis skizziert. Dieser mächtige Trend äußert sich u. a. im Siegeszug der psychotechnischen Interventionen nicht nur im Bereich der Psychotherapie, sondern auch in der Psychiatrie, in der Gentechnik und in Human Enhancement-Verfahren bis hin zu den transhumanistischen Visionen der Verbindung menschlicher Gehirne mit künstlich intelligenten Maschinen und dem damit verbundenen Versprechen des ewigen Lebens.

Im zweiten Teil des Vortrags wird kurz dargelegt, wie sich bereits heute die Machtverhältnisse im gesamten Angebotsspektrum der Psychotherapie sehr stark von den hermeneutisch-dialogisch und psychodynamisch orientierten Handlungsansätzen hin zu den vielfältigen psychotechnischen Behandlungsformen verschoben haben. Sinngemäß triff diese Verschiebung der Machtverhältnisse ebenso auf die entsprechenden Wissenschaftskonzepte zu. Diese Entwicklung lässt sich auch am fortschreitenden Bedeutungsverlust der kritisch-hermeneutischen Forschung und am kontinuierlichen Ausbau der Dominanz der (neo)positivistischen und (sozial)technologischen Forschung nachvollziehbar zeigen.

Im dritten und letzten Teil wird am Beispiel einiger wichtiger Zukunftsfragen ausgelotet, ob sich die oben dargestellte Entwicklung alternativlos fortsetzen werden, oder ob es Anzeichen für eine Trendwende gibt. In diesem Zusammenhang wird auch die wichtige Zukunftsfrage erörtert, ob es gelingen könnte, dass sich das Konzept eines „technologischen Humanismus“ gegen die mächtigen Strömungen des „technologischen Transhumanismus“ und den „technologischen Totalitarismus“ durchsetzt.

Zielgruppe

PTW Studierende, Psychologie Studierende, alle die an der Psychoanalyse interessiert sind, Alumnis, Lehrende

Referent*in

Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp

Reinhold Popp ist Psychotherapeut (IP), klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe sowie Univ.Prof. für humanwissenschaftliche Zukunfts- und Innovationsforschung an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien. Dort leitet er auch das „Institute for Futures Research in Human Sciences“ sowie – gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlerin Univ.-Prof. in Dr. in Diana zu Hohenlohe – das interfakultäre „Research Center for Global Risks und Quality of Life“.
Außerdem ist er Gastwissenschaftler am Institut Futur der Freien Universität Berlin, Dozent an mehreren Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen (Springer, LIT, Suhrkamp, Waxmann …), Mitbegründer und Mitherausgeber der wissenschaftlichen Open-access-Fachzeitschrift „European Journal of Futures Research“ (SpringerOpen – ein Teil von SpringerNature) sowie Berater von Politik und Wirtschaft. www.reinhold-popp.at

Forschungsgebiete: Wissenschaftstheoretische und methodische Grundlagen der vorausschauenden Forschung sowie plausible Zukünfte von Arbeit, Freizeit, Bildung, psychischer Gesundheit, sozialem Zusammenhalt und Lebensqualität.

Wir erwarten Sie im Hörsaal 1002 am Freudplatz 1 in 1020 Wien. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine baldige Anmeldung!

https://wba.sfu.ac.at/anmeldung/1699127254654

Anforderungen
Sprachen
Muttersprache: Deutsch

Fakten
Ausbildungsart: Seminar
Ausbildungsstart: 23. Mai 2024
Ort : Sigmund Freud PrivatUniversität, Freudplatz 1, 1020 Wien
Kosten: kostenlos